Ende des letzten Jahres durfte Susanne, unsere Abteilungsleiterin für Lateinamerika Individualreisen, Patagonien auf einem 12-tägigen Fam-Trip durch Argentinien und Chile erleben, inklusive einer Expeditionskreuzfahrt von Ushuaia nach Punta Arenas. Möglich gemacht wurde die Reise durch unsere langjährigen Partner Las Torres, Iberia und Australis Cruises. Vielen Dank noch einmal für das Ermöglichen dieses einmaligen Erlebnisses!
Bereits die Anreise setzte ein Highlight: Wir durften nämlich mit Iberia Business Class von Frankfurt über Madrid nach Buenos Aires fliegen, was für einen komfortablen und inspirierenden Start sorgte und ideal war, um sich entspannt auf die Reise einzustimmen. Angekommen in Buenos Aires blieb uns zwar nicht viel Zeit, aber für eine kurze Stadtbesichtigung und ein gemeinsames Abendessen hat es gereicht, bevor es am nächsten Morgen weiter nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, ging.

Ushuaia & Nationalpark Tierra del Fuego
Ushuaia hat rund 80.000 Einwohner und wurde ursprünglich von Sträflingen erbaut – inklusive eines sternförmigen Gefängnisses und der Bahnstrecke in den Nationalpark. Das ehemalige Gefängnis beherbergt heute das Maritime Museum, das wir besucht haben. Die Architektur mit den sternförmig angelegten Gängen ist wirklich spannend und jeder Flügel beleuchtet ein anderes Thema der regionalen und maritimen Geschichte.
Am selben Tag ging es noch in den Feuerland-Nationalpark (Tierra del Fuego), ein schönes Naturgebiet direkt am Meer. Besonders aufgefallen sind mir die vielen alten Biberdämme. Die Biber wurden damals bewusst angesiedelt, haben sich aber extrem vermehrt und gelten heute eher als Plage. Ihr Einfluss auf das Ökosystem ist bereits deutlich negativ spürbar und hat die Landschaft sichtbar verändert.
Sie wollen das Feuerland selbst erleben?
Für Individualreisen lässt sich unser 5-Tage Feuerland Baustein gut in verschiedene unserer Argentinien-Rundreisen einbauen. Fester Bestandteil ist der Baustein bereits in unseren Individualreisen 15 Tage Gletscherparadies, 21 Tage Facettenreiches Argentinien oder 22 Tage Patagoniens unendliche Weiten. Auch eine Stadtbesichtigung in Ushuaia kann man flexibel ergänzen. Und auf folgenden Gruppenreisen findest du die Feuerland-Tour: Argentinien / Brasilien – „Anden, Gletscher & Stranderholung“ und „Argentinien / Chile – Wildes Patagonien“.
Expeditionskreuzfahrt mit Australis
Der nächste Abschnitt war die Australis-Expeditionskreuzfahrt. Wir waren in den Kabinen der AAA-Kategorie untergebracht, eingerichtet im klassischen Expeditionsstil. Aber unabhängig von der Kabinenkategorie: Alle Kabinen haben große Fenster und genau das macht den Aufenthalt an Bord aus. Man hat die Magellanstraße und die Gletscherlandschaft ständig im Blick. Immer wieder brechen dort große Eisstücke ins Wasser. Das waren für mich Momente, die zeigen, warum Patagonien als Reiseziel zu den letzten echten Naturabenteuern der Welt zählt.



Ein besonders eindrucksvoller Stopp war die Wulaia-Bucht. Dort haben wir ein kleines Museum besucht, das sich mit der Geschichte der Region und den indigenen Völkern beschäftigt und Artefakte, Geschichten und Lebensweise dieser ursprünglichen Bevölkerung zeigt. Danach stand ein originelles Erlebnis an: eine Post-Box, bei der man eigene Postkarten schreiben, adressieren und in eine historische Post-Box einwerfen konnte – mit einem ganz besonderen „Ende-der-Welt“-Stempel. Zugleich durften Besucherinnen und Besucher auch Karten mitnehmen, die an Menschen in der Nähe adressiert waren und diese dann zu Hause verschicken. So funktioniert (oder funktionierte) die Post hier auf eine sehr charmante, teils informelle Weise, weil es in dieser abgelegenen Region früher keine reguläre Post gab.

Unsere Gruppe besuchte zudem Kap Hoorn, wo das berühmte Monument besucht wurde. Trotz wechselhaftem Wetter schenkte die Natur dort ein besonderes Schauspiel: ein Regenbogen, der sich über dem Kap-Hoorn-Denkmal zeigte.
Die geplante Anlandung auf Isla Magdalena musste leider wetterbedingt abgesagt werden. Dort können normalerweise Magellan-Pinguine in großer Zahl beobachtet werden. Stattdessen gab es jedoch weitere Naturbegegnungen, darunter mit dem Ibis (einem typischen patagonischen Vogel), Kondoren oder Magellangänsen.


Die Kreuzfahrt, die Susanne von Ushuaia nach Punta Arenas gemacht hat, könnt ihr auch als Baustein zu eurer Individualreise hinzufügen: Kreuzfahrt ums Kap Hoorn – 5 Tage | Papaya Tours. Ihr seid lieber in einer Gruppe unterwegs? Dann könnt ihr die Kreuzfahrt optional auf der Gruppenreise Argentinien / Chile – „Wildes Patagonien“ erleben.
Torres del Paine & Estancia Cerro Negro
Nach der Kreuzfahrt ging es in den Torres-del-Paine-Nationalpark. Auf der Estancia Cerro Negro, die einer kroatischen Familie gehört, wurde ein traditionelles Asado mit patagonischem Lamm serviert. Neben dem kulinarischen Erlebnis gab es auch Einblicke in das Leben auf der Estancia, unter anderem beim Schafe-Scheren und bei einer Führung über das weitläufige Gelände.

Das anschließende Las Torres Hotel kombiniert professionelle Gastfreundschaft mit eigenen Besonderheiten. Das Gemüse aus dem eigenen Garten wird in der Küche verwendet, alte Glasflaschen werden recycelt und zu Trinkgläsern weiterverarbeitet. Außerdem verfügt das Hotel über eine eigene kleine Brauerei und beherbergt rund 150 Pferde, Gauchos und ein hervorragend geschultes Team. Während unseres Aufenthalts haben wir außerdem an einem Cocktailkurs teilgenommen. Das Hotel liegt im gehobenen Preissegment und bietet All-Inclusive-Pakete mit Sammeltransfers, Parkausflügen und Vollpension. Daher ist es nicht standardmäßig in unseren Reisen enthalten, kann aber auf Wunsch jederzeit dazugebucht werden.
Für die berühmte Wanderung zur Base de las Torres (bis zu 8 Stunden) war an diesem Tag nicht genug Zeit, doch die Torres-Spitzen konnten wir aus der Ferne am Horizont gut erkennen. Stattdessen erkundeten wir eine schöne Teilstrecke des W-Treks entlang des Lago Nordenskjöld, mit Blick auf das türkisfarbene Wasser und die umliegende Bergkulisse.

Außerdem ging es auf einen Reitausflug durch die patagonische Weite – ein tolles, sehr authentisches Erlebnis. In dieser Region kann es außerdem immer wieder zu Puma-Sichtungen kommen, auch wenn wir an diesem Tag leider keinen zu Gesicht bekommen haben.



Flug nach Santiago & Santa-Rita-Weingut
Der Weiterflug von Puerto Natales nach Santiago de Chile war landschaftlich ein Highlight. Von der rechten Flugzeugseite aus sieht man viele Seen und Gletscher – darunter Lago Grey, Lago Azul und Lago Nordenskjöld. Die unterschiedlichen Farben entstehen durch Mineralien und Gletscherschmelze und sind wirklich beeindruckend.
In Santiago übernachteten wir in Vitacura, direkt neben Providencia – modern, stilvoll und sehr gut gelegen. Bei einer kurzen Erkundung habe ich gelernt, dass jedes Viertel der Stadt einen eigenen Bürgermeister hat, was ich so vorher noch nicht kannte.


Zum Abschluss ging es ins Santa-Rita-Weingut, dem zweitgrößten Chiles. Die Produktion ist hochmodern und stark automatisiert, gleichzeitig gibt es ein kostenloses Museum, das den indigenen Völkern gewidmet ist. Natürlich gab es auch eine Weinverkostung und ein paar Flaschen haben es auch in die Koffer geschafft.

Der Rückflug von Santiago über Madrid nach Frankfurt mit Iberia war der ideale Abschluss dieser intensiven Reise: bequem, ruhig und perfekt, um die vielen Eindrücke sacken zu lassen. Bei gutem Essen und etwas Schlaf konnten wir noch einmal auf die Highlights zwischen Gletschern, Fjorden und Estancia-Kultur zurückblicken.
Mein Fazit
Patagonien ist eine beeindruckende Region mit viel Natur, spannender Geschichte und starken Kontrasten. Für mich war dieser Trip vor allem eine gute Möglichkeit, die Destination noch besser einschätzen zu können, gerade für die Planung von Individualreisen.
Wer jetzt selbst Fernweh spürt:
Auf unserer Website finden Sie eine breite Auswahl an Argentinien-Reisen mit Patagonien als Highlight. Ob als Teil einer Kleingruppenreise oder komplett maßgeschneidert als Individualreise – unsere Reiseexperten beraten Sie gern bei der Planung Ihrer perfekten Patagonien-Route.
