Ich war vor Kurzem nach sehr langer Zeit wieder im Bellavista Bergnebelwald und ich muss gestehen, dass ich fast vergessen hatte, was für ein einmaliges Erlebnis dieser magische Ort bietet.
Bellavista liegt im Chocó Andino nordwestlich von Quito und wurde bereits 1991 von dem Engländer Richard Parsons und seiner kolumbianischen Frau Gloria Nicholls gegründet. Aus ihrer Begeisterung für Natur und Vogelwelt entwickelte sich über die Jahre eines der bekanntesten privaten Schutzgebiete der Region und ein Anziehungspunkt für Vogelbeobachter aus aller Welt. Heute leben allein in der unmittelbaren Umgebung mehr als 200 verschiedene Vogelarten.
Aber man muss definitiv kein Birdwatcher sein, um sich hier begeistern zu lassen.

Kolibris überall – und plötzlich auf der eigenen Hand
Das Erlebnis, das mir persönlich am stärksten in Erinnerung geblieben ist, beginnt direkt vor der Lodge.
Kolibris schwirren hier beinahe den ganzen Tag wie Moskitos durch die Luft. Grüne, violette, blaue und schillernde kleine Vögel stehen scheinbar in der Luft, jagen einander von den Futterstellen weg und sausen einem nur Zentimeter am Gesicht vorbei. Mein persönlicher Höhepunkt kam, als wir eine kleine Schale mit Nektar in der Hand hielten und mit ein wenig Geduld landete plötzlich der erste Kolibri auf dem Finger. Dann kommt der nächste.


Diese winzigen Vögel aus nächster Nähe zu sehen, ihre Flügel direkt neben sich summen zu hören und sie tatsächlich auf der eigenen Hand sitzen zu haben, war für mich eines dieser seltenen Once-in-a-Lifetime-Erlebnisse, die man nicht so schnell vergisst.
Tukane, Tangaren und ein Wald wie aus einer anderen Welt
Wer den Blick von den Kolibris lösen kann, entdeckt schnell, dass Bellavista noch wesentlich mehr zu bieten hat. Mit etwas Glück zeigen sich beispielsweise der spektakuläre Plattenschnabel-Bergtukan, Tukanbartvögel, Maskentrogone, Quetzale oder einige der farbenprächtigen Tangaren, für die die Bergnebelwälder Ecuadors bekannt sind.

Fast genauso beeindruckend wie die Tierwelt fand ich jedoch den Wald selbst.
Mächtige Bäume sind von Moosen und Epiphyten überzogen, überall wachsen Farne und Orchideen, Wolken ziehen zwischen den Berghängen hindurch und verändern innerhalb weniger Minuten die gesamte Stimmung. Die Lodge liegt hoch im Bergnebelwald auf dem Tandayapa-Kamm – entsprechend großartig sind die Ausblicke über die bewaldeten Andenhänge.

Und wenn es dunkel wird, kommt der Olinguito
Auch nach Sonnenuntergang lohnt es sich, die Augen offen zu halten.
Dann zeigt sich mit etwas Glück ein besonders ungewöhnlicher Bewohner des Bergnebelwaldes: der Olinguito. Der kleine nachtaktive Verwandte der Kleinbären wurde von der Wissenschaft tatsächlich erst 2013 als eigenständige Art beschrieben. Bellavista gilt heute als einer der wenigen Orte, an denen man gute Chancen hat, ihn zu beobachten; regelmäßig taucht er in den Bäumen hinter dem Restaurant auf.
Meine persönliche Empfehlung
Bellavista ist für mich eines dieser kleinen Reiseerlebnisse, die auf dem Papier zunächst unscheinbar wirken und vor Ort dann vollkommen überraschen. Wer Natur liebt und verstehen möchte, warum Ecuador zu den biologisch vielfältigsten Ländern der Erde gehört, sollte diesen Abstecher unbedingt einplanen. Und dafür muss man kein begeisterter Ornithologe sein.


Gut in eine Ecuador-Rundreise eingebettet, reicht aus meiner Sicht bereits eine Übernachtung, um den Bergnebelwald intensiv zu erleben: am Nachmittag die ersten Kolibris und Wanderungen rund um die Lodge, am Abend Ausschau nach dem Olinguito halten und am nächsten Morgen noch einmal die erwachende Vogelwelt genießen.
Für mich gehört Bellavista ganz klar zu den besonderen Naturerlebnissen Ecuadors.
Sie wollen Bella Vista einmal mit eigenen Augen sehen und erleben?
Schauen Sie sich doch einmal unsere Gruppenreise „Bezaubernde Kontraste“ an. Wenn Sie lieber individuell reisen möchten, können wir Ihnen unsere Individualreise „Zwischen Inkas und Iguanas“ an’s Herz legen.
